Laufgedanken: Sport ist Mord

„So wie du läufst – das kann doch gar nicht mehr gesund sein“

„Sport ist Mord“ – „Hast du neben dem Training denn noch ein Leben?“

Diese und alle anderen Sprüche kennen wir Hobby-Läufer ja nur zu gut. Und, wer hätte das gedacht, nach einer neuen Studie haben die Kritiker also auch noch Recht. 

Die FAZ hat gestern also diesen Artikel veröffentlicht, der eine Studie vorstellt nach welcher Läufer, die „exzessiv“ Joggen eine ÄHNLICHE Sterblichkeitsrate haben, wie Nicht-Läufer. Demnach ist es nur ein leichtes Lauftraining in unteren Pulsbereichen und auf keinen Fall öfter als drei Mal in der Woche gesund.

Sehr passend dazu fand ich dann den Wutblog der Wiwo-Online. Herr Thorsten Firlus-Emmrich bringt es einfach auf den Punkt:

  1. Die Sterblichkeitsrate beträgt immer 100% – schließlich trifft es früher oder später einmal jeden von uns
  2. Uns „exzessiven Joggern“ geht es meistens nicht um Lebenszeit in Jahreszahlen, sondern um eine höhere Lebensqualität durch die frische Luft, die Bewegung und das Hochgefühl, wenn wir unsere Komfortzone (ungesunderweise) einmal verlassen haben.
Auch noch eine schöne These in diesem Zusammenhang ist „Sitzen ist das neue Rauchen“
Nicht nur also, dass das dauernde Sitzen ähnliche Folgen haben kann, wie das Rauchen – Nein, eine Stunde Bewegung am Abend kann den Arbeitstag nicht wieder wett machen.
Im Endeffekt heißt das also, obwohl ich (versuche) mich gesund ernähre, nicht rauche, Alkohol nur in kleinen Mengen (und auch nur an Karneval) konsumiere, „exzessiven“ Sport ausführe (der mich gefühlt zumindest gesünder und fitter macht) begebe ich mich in Gefahr, weil ich mein Geld in einem ganz normalen Bürojob verdiene.
Hier kommt auch das Rauchen wieder ins Spiel. Früher bin ich nämlich mindestens zweimal am Tag Treppen runter – Treppen rauf – nur um eine Zigarette zu rauchen. War das also jetzt besser?
Ich bin auch der Meinung, dass es ein toller Tod wäre, wenn ich irgendwann in, sagen wir mal 60 Jahren, während dem Laufen, unten am Rhein mit Blick auf dem Dom im Sonnenuntergang an einem Herzinfarkt sterbe. Kurz, schmerzlos und glücklich 🙂 (sehr dramatisch, aber ich denke ihr wisst was ich meine)
Es muss doch auch mal gut sein. Wir sind nicht alle professionelle Fitnesstrainer, die den ganzen Tag die Möglichkeit haben Sport zu machen und während Diabetes-Rate, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer mehr werden meckern ein paar schlaue Menschen an den Läufern rum, die sich im Schnitt meistens gesünder ernähren und in der Regel insgesamt ein gesünderes Leben führen.
Dann hab ich in dieser Woche auch noch einen kleinen Bericht im Zusammenhang mit der internationalen Süßwarenmesse in Köln, im WDR, gesehen, nach welchem die Werbeindustrie Schuld ist, dass die Kinder heute so viele Süßigkeiten essen und auch zu wenig Bewegung kriegen.
Ja ne – is klar! Dazu fällt mir also wirklich nichts mehr zu ein!
Das war dann wohl das Wort zum Mittwoche 😀
Was meint ihr zu dem Thema?

13 Gedanken zu „Laufgedanken: Sport ist Mord

  1. Anna Antworten

    "Sport ist Mord" – "Hast du neben dem Training denn noch ein Leben?"
    Die Sprüche komme in der Regel doch von Leuten, die 50% ihrer Lebenszeit vorm Fernseher verbringen… Ja, tolles Leben.

    Und natürlich ist die Werbeindustrie Schuld am Übergewicht. Schließlich haben die meisten Kinder doch keine Eltern und verdienen ihr eigenes Geld, welches sie für Süßigkeiten ausgeben können…

    • Mecky Caro Antworten

      Genau so sehe ich es halt auch. Werbung gab es doch auch früher schon und meine Eltern hatten unseren Süßigkeiten-Konsum auch im Griff. Die Verantwortung abzugeben ist aber anscheinend einfacherer…

  2. Lauf Markus Antworten

    Ich sehe dass so wie wir alle Läufer / Sportler: Lieber schade ich scheinbar meiner Gesundheit, tue dafür etwas was mir Spaß bereitet und mich glücklich macht. Und das ist eben nicht rumsitzen, Chips essen oder meckern / lästern. Sondern Bewegung. Und ab und an eben auch extensiv!

  3. Saffti Antworten

    Zehn Studien ergeben ohnehin elf verschiedene Ergebnisse. Wer allerdings immer nur mit Höchsttempo durch die Wälder rast, der tut wahrscheinlich wirklich nichts für seine Gesundheit und seine Form. Die richtige Mischung aus schnell und langsam macht's. Vielleicht gebe ich dazu mal eine Studie in Auftrag 😉

    • Mecky Caro Antworten

      Wir werden ja auch nur besser, wenn die Mischung stimmt 🙂 und ich möchte weder die einen, noch die anderen Einheiten missen! Dann halt mich auf dem laufenden 🙂 stehe für deine Studie dann auch gerne zur Verfügung 😀

  4. Lisa K Antworten

    Ungesund wirds erst wenn man sich übernimmt. So zumindest meine Meinung. Wenn jemand 5 marathone im Jahr läuft und es geht im gut dabei ist doch alles in Ordnung. Wenn jemand "nur" 10 km laufen will doch auch.
    Und wer nur 5 läuft wird dadruch auch nicht schneller sterben… Außer er wird von einem umfallenden baum im Wald erschlagen…
    😉

    • Mecky Caro Antworten

      Ich denke unser Körper ist über jeden Meter dankbar, den wir laufen – schließlich ist er dafür gebaut 🙂 egal wie schnell, weit oder mit großen oder kleinen Schritten 🙂

  5. Anonym Antworten

    Liebe Caro,

    ich finde deinen Beitrag sehr gut! Er bringt genau das auf den Punkt, was ich denke! Welche sagen, sitzen ist die neue Volkskrankheit, die anderen meinen zu viel Bewegung schadet. Solche total gegensätzlichen Postitionen kann man momentan wirklich leider überall lesen. Am witzigsten finde ich ja die "Diskussion" um die Banane. Ernsthaft?! Bananen?!?!?! Die einen meinen sie habe viele gute Nährstoffe, die anderen meinen es sei ein Dickmacher Obst. What? Finde es echt absurd und ich denke, es sollte wie Lisa es auf den Punkt jeder auf seinen Körper hören.

    In diesem Sinne tauche ich meine Banane jetzt erst mal schön im Schokobrunnen ein.

    Liebe Grüße, Annika

  6. Sassi Antworten

    Ach ja bla bla bla 😀

    Klar gibt es bei allem ein Maß. Aber man fängt ja auch nicht von heute auf morgen an 70 Kilometer am Tag zu laufen. Und wenn man trainiert, seinen Körper dran gewöhnt und ausreichend Regeneration bietet, was spricht denn da gegen Sport?! Man kann's halt auch übertreiben.

  7. Julia Antworten

    Da wir nicht wissen, was die Zukunft bringt und wie unser Leben endet, sollten wir das Leben genießen. Und wenn wir Spaß am Laufen haben, dann sollten wir es tun. Es kann so schnell vorbei sein.
    Und was ist schon gesund? Morgen gibt es wieder neue Studien, die das Gegenteil behaupten.

    … Ein cooles Foto ist das übrigens von Dir mit den Kranhäusern im Hintergrund… Ich komme auch aus Köln und meine Lieblingsstrecke geht über die Brücken am Rhein… 🙂

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