Wettk├Ąmpfe

Wettkampf: Carglass Cologne Triathlon Weekend Teil II

Teil II von meinem Saisonh├Âhepunkt, der wirklich emotionales nicht sein konnte ­čÖé Wie ich es bis in die Wechselzone geschafft habe lest ihr in Teil I
P├╝nktlich zum Wechsel auf dem Rad wurde das Wetter wieder schlechter. Es pfiff ein eiskalter Wind und der Nieselregen sorgte f├╝r eine „Bleib-besser-auf-der-Couch-Stimmung“

Die Strasse war nass – ich war noch nie auf nasser Strasse gefahren…! Also: Safety-first und lieber langsam und sicher als schnell und mitten auf die Schn├╝ss ­čÖé
Nat├╝rlich hatte ich mich nach langem hin und her ├╝berlegen f├╝r die falschen Brillengl├Ąser entschieden und musste bei bew├Âlktem Himmel mit dunkler Brille fahren…
An der zweiten Wende stand das Wasser sogar noch auf der Strasse.
Also hab ich ausgeklickt und bin ganz vorsichtig um die Kurve gerollt.
Diesmal musste ich drei Runden absolvieren. Im Gegensatz zu Z├╝lpich war die Strecke auch echt eint├Ânig… Das Highlight war dann in jeder Runde die Kurve vorbei an der Wechselzone ­čÖé Wieder jubelten mir meine Mama, der Lieblingsmensch sowie die Rookies zu ­čÖé
Beim Blick auf die Uhr, war ich wirklich 20 Minuten schneller als geplant?!? Ich musste mich also verdammt verrechnet haben ­čÖé
Umso mehr ich rechnete, umso mehr wurde mir aber klar, dass ich wirklich eine wahnsinnige Zeit auf dem hingelegt habe ­čśÇ
Da war sie also wieder, die Freude am Wettkampf!

Die Kampfrichter haben auch wirklich viel und oft durchgegriffen, auch wenn ich einmal von einer Gruppe Radfahrer ├╝berrollt wurde ­čÖü Sowas ist furchtbar, l├Ąsst sich aber irgendwie nicht vermeiden… Egal – zum Gl├╝ck ist ja nichts passiert!
Ein bisschen Bammel hatte ich auch vor den Verpflegungsstellen auf dem Rad. Ich war ja kaum in der Lage die Flasche an meinem Rad zu nehmen, wie sollte ich von einem Helfer eine Flasche annehmen???
Ich befolgte den Rad vom Trainer: langsam heran fahren, Flasche annehmen und z├╝gig weiter. Genauso lief es auch und ich bin den Helfern sehr dankbar ­čÖé

Wieder an der Mountline angekommen, springe ich vom Rad, verliere den gesamten Inhalt meiner R├╝ckentasche, und h├Âre von der Seite wieder: „Oh, sch├Ânes Rad!“
Wieder der tolle Kampfrichter <3

Der zweite Wechsel klappt auch reibungslos. Schnell ein Schluck Eistee, Laufschuhe an, Visor auf und ab auf die Strecke. 10km galt es zu ├╝berwinden. Immernoch im Nieselregen.
Wenn ihr mich fragt, ist das das absolut beste Laufwetter und auch endlich die Gelegenheit die kalten Glieder wieder zu w├Ąrmen.
Leider merkte ich schon nach ein paar Metern, dass mein Magen das jetzt wohl nicht mitmachen w├╝rde… Entweder ist mir der Stress total auf den Magen geschlagen oder ich hab beim Ewigschwimmen mal wieder viel zu viel Wasser geschluckt…

Zwei Stopps sp├Ąter ging es mir aber etwas besser und nun waren es ja auch nur noch 1.500m (unglaublich, dass ich diese Entfernung schon geschwommen war…)
Kurz vor der Zielgerade mussten wir nochmal eine kleine Bodenwelle, f├╝r mich ein Berg, ├╝berwinden.
Ich hatte mit mir selber ausgemacht, dass ich diesen H├╝gel hoch gehe und dann einen letzten Sprint bis zum Ziel hinlege.
Endlich am Berg angekommen, fiel ich in den Gehschritt. Schon kam von hinten ein L├Ąufer angerauscht, nahm mich von hinten in den Arm: „Los, das St├╝ck schaffen wir jetzt auch noch!“
Recht hat er – also setzte ich mich ein bisschen widerwillig in Bewegung.

Nach dem Berg folgt die Zielgerade, es wird lauter und auch voller. Ich sehe die ersten Rookies und mich ├╝berw├Ąltigen meine Gef├╝hle. G├Ąnsehaut pur. Ich laufe ├╝ber den Teppich, klatsche H├Ąnde ab und hab es nach 3 Stunden und 3 Minuten laufe ich ├╝bergl├╝cklich ins Ziel und falle erst Holgy und dann Kerstin um den Hals, lasse mir die Medaille umh├Ąngen. Mein Trainer und die Rookies stehen im Ziel nur ein paar Meter von mir und ich kann es kaum erwarten ihnen in die Arme zu fallen.
W├Ąre da nicht dieses Mikrofon vor meinem Munde…
Moderator: „Wie war es?“
Ich: „├äh, ├ähm, ├äh…!“
Moderator: „Kannst du schon reden?“
Ich (kopfsch├╝ttelnd): „Trainer!“
Moderator: „Dann entlasse ich dich zu deinem Trainer!“

 

 

Ich kann gar nicht beschreiben wie ich mich gef├╝hlt habe und hoffe, dass man es auf den Bildern ein bisschen erahnen kann…

Die ganze Arbeit der letzten Monate hat sich sowas von gelohnt und noch viel mehr als das: ich habe so tolle Menschen kennen gelernt, wir haben H├Âhen und Tiefen im Training durchgemacht, zusammen gelitten und zusammen gelacht und nun waren sie alle da um zusammen diesen besonderen Moment im Ziel zu feiern.

Ein ganz besonderes Dankesch├Ân geht an unseren Trainer Henning.

Du hast in jeder Sekunde an uns geglaubt, uns getrietzt wenn es n├Âtig war, uns gebremst wenn es ges├╝nder war und vor allem hast du uns in jedem Moment den Spa├č an diesem tollen Sport vermittelt – f├╝r mich war es eine unglaubliche Anerkennung dass du im Ziel gewartet hast und uns in Empfang genommen hast!

DANKE f├╝r deine Geduld, DANKE dass du immer die richtigen Worte im richtigen Ton getroffen hast, DANKE f├╝r die viele Zeit die du in unser Training investiert hast und DANKE daf├╝r, dass du so bist wie du bist!
Nat├╝rlich m├Âchte ich die anderen Trainer nicht vergessen:
Johann, du hast uns die professionelle Seite des Sports gezeigt. F├╝r jedes unserer Weh-Wehchen hattest du eine L├Âsung parat und warst unser Beispiel wie viel Arbeit es ist den Triathlon professionell anzugehen.
Clemens, du warst mein pers├Ânlicher Gl├╝cksgriff beim Radfahren. Deine Tipps waren einfach Gold wert und h├Ątte ich nicht so gut auf meinem Renner gesessen, h├Ątte ich niemals eine so gute Zeit auf dem Rad hinlegen k├Ânnen!
Ich bin unglaublich stolz, dass ich die Herausforderung olympische Distanz gewagt habe und dankbar, dass ich ein Teil dieses Rookie-Projekts sein konnte und (nat├╝rlich) bin ich jetzt v├Âllig infiziert vom Triathlon-Virus ­čÖé
Ausdauersport ist so viel mehr als eine nazistische Einzelsportart. Ausdauersport ist Grenzen testen und versetzen, gemeinsam mit den Menschen die diese Leidenschaft teilen. Sich im Ziel nicht nur ├╝ber die eigene Leistung freuen zu k├Ânnen sondern ├╝ber die des Teams und mit vereinten Kr├Ąften letztlich Berge zu versetzen!
#rookierule2015 – Ich hab euch lieb!!!

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