Wettkampf: Carglass Cologne Triathlon Weekend Teil II

Teil II von meinem Saisonhöhepunkt, der wirklich emotionales nicht sein konnte 🙂 Wie ich es bis in die Wechselzone geschafft habe lest ihr in Teil I
Pünktlich zum Wechsel auf dem Rad wurde das Wetter wieder schlechter. Es pfiff ein eiskalter Wind und der Nieselregen sorgte für eine „Bleib-besser-auf-der-Couch-Stimmung“

Die Strasse war nass – ich war noch nie auf nasser Strasse gefahren…! Also: Safety-first und lieber langsam und sicher als schnell und mitten auf die Schnüss 🙂
Natürlich hatte ich mich nach langem hin und her überlegen für die falschen Brillengläser entschieden und musste bei bewölktem Himmel mit dunkler Brille fahren…
An der zweiten Wende stand das Wasser sogar noch auf der Strasse.
Also hab ich ausgeklickt und bin ganz vorsichtig um die Kurve gerollt.
Diesmal musste ich drei Runden absolvieren. Im Gegensatz zu Zülpich war die Strecke auch echt eintönig… Das Highlight war dann in jeder Runde die Kurve vorbei an der Wechselzone 🙂 Wieder jubelten mir meine Mama, der Lieblingsmensch sowie die Rookies zu 🙂
Beim Blick auf die Uhr, war ich wirklich 20 Minuten schneller als geplant?!? Ich musste mich also verdammt verrechnet haben 🙂
Umso mehr ich rechnete, umso mehr wurde mir aber klar, dass ich wirklich eine wahnsinnige Zeit auf dem hingelegt habe 😀
Da war sie also wieder, die Freude am Wettkampf!

Die Kampfrichter haben auch wirklich viel und oft durchgegriffen, auch wenn ich einmal von einer Gruppe Radfahrer überrollt wurde 🙁 Sowas ist furchtbar, lässt sich aber irgendwie nicht vermeiden… Egal – zum Glück ist ja nichts passiert!
Ein bisschen Bammel hatte ich auch vor den Verpflegungsstellen auf dem Rad. Ich war ja kaum in der Lage die Flasche an meinem Rad zu nehmen, wie sollte ich von einem Helfer eine Flasche annehmen???
Ich befolgte den Rad vom Trainer: langsam heran fahren, Flasche annehmen und zügig weiter. Genauso lief es auch und ich bin den Helfern sehr dankbar 🙂

Wieder an der Mountline angekommen, springe ich vom Rad, verliere den gesamten Inhalt meiner Rückentasche, und höre von der Seite wieder: „Oh, schönes Rad!“
Wieder der tolle Kampfrichter <3

Der zweite Wechsel klappt auch reibungslos. Schnell ein Schluck Eistee, Laufschuhe an, Visor auf und ab auf die Strecke. 10km galt es zu überwinden. Immernoch im Nieselregen.
Wenn ihr mich fragt, ist das das absolut beste Laufwetter und auch endlich die Gelegenheit die kalten Glieder wieder zu wärmen.
Leider merkte ich schon nach ein paar Metern, dass mein Magen das jetzt wohl nicht mitmachen würde… Entweder ist mir der Stress total auf den Magen geschlagen oder ich hab beim Ewigschwimmen mal wieder viel zu viel Wasser geschluckt…

Zwei Stopps später ging es mir aber etwas besser und nun waren es ja auch nur noch 1.500m (unglaublich, dass ich diese Entfernung schon geschwommen war…)
Kurz vor der Zielgerade mussten wir nochmal eine kleine Bodenwelle, für mich ein Berg, überwinden.
Ich hatte mit mir selber ausgemacht, dass ich diesen Hügel hoch gehe und dann einen letzten Sprint bis zum Ziel hinlege.
Endlich am Berg angekommen, fiel ich in den Gehschritt. Schon kam von hinten ein Läufer angerauscht, nahm mich von hinten in den Arm: „Los, das Stück schaffen wir jetzt auch noch!“
Recht hat er – also setzte ich mich ein bisschen widerwillig in Bewegung.

Nach dem Berg folgt die Zielgerade, es wird lauter und auch voller. Ich sehe die ersten Rookies und mich überwältigen meine Gefühle. Gänsehaut pur. Ich laufe über den Teppich, klatsche Hände ab und hab es nach 3 Stunden und 3 Minuten laufe ich überglücklich ins Ziel und falle erst Holgy und dann Kerstin um den Hals, lasse mir die Medaille umhängen. Mein Trainer und die Rookies stehen im Ziel nur ein paar Meter von mir und ich kann es kaum erwarten ihnen in die Arme zu fallen.
Wäre da nicht dieses Mikrofon vor meinem Munde…
Moderator: „Wie war es?“
Ich: „Äh, Ähm, Äh…!“
Moderator: „Kannst du schon reden?“
Ich (kopfschüttelnd): „Trainer!“
Moderator: „Dann entlasse ich dich zu deinem Trainer!“

 

 

Ich kann gar nicht beschreiben wie ich mich gefühlt habe und hoffe, dass man es auf den Bildern ein bisschen erahnen kann…

Die ganze Arbeit der letzten Monate hat sich sowas von gelohnt und noch viel mehr als das: ich habe so tolle Menschen kennen gelernt, wir haben Höhen und Tiefen im Training durchgemacht, zusammen gelitten und zusammen gelacht und nun waren sie alle da um zusammen diesen besonderen Moment im Ziel zu feiern.

Ein ganz besonderes Dankeschön geht an unseren Trainer Henning.

Du hast in jeder Sekunde an uns geglaubt, uns getrietzt wenn es nötig war, uns gebremst wenn es gesünder war und vor allem hast du uns in jedem Moment den Spaß an diesem tollen Sport vermittelt – für mich war es eine unglaubliche Anerkennung dass du im Ziel gewartet hast und uns in Empfang genommen hast!

DANKE für deine Geduld, DANKE dass du immer die richtigen Worte im richtigen Ton getroffen hast, DANKE für die viele Zeit die du in unser Training investiert hast und DANKE dafür, dass du so bist wie du bist!
Natürlich möchte ich die anderen Trainer nicht vergessen:
Johann, du hast uns die professionelle Seite des Sports gezeigt. Für jedes unserer Weh-Wehchen hattest du eine Lösung parat und warst unser Beispiel wie viel Arbeit es ist den Triathlon professionell anzugehen.
Clemens, du warst mein persönlicher Glücksgriff beim Radfahren. Deine Tipps waren einfach Gold wert und hätte ich nicht so gut auf meinem Renner gesessen, hätte ich niemals eine so gute Zeit auf dem Rad hinlegen können!
Ich bin unglaublich stolz, dass ich die Herausforderung olympische Distanz gewagt habe und dankbar, dass ich ein Teil dieses Rookie-Projekts sein konnte und (natürlich) bin ich jetzt völlig infiziert vom Triathlon-Virus 🙂
Ausdauersport ist so viel mehr als eine nazistische Einzelsportart. Ausdauersport ist Grenzen testen und versetzen, gemeinsam mit den Menschen die diese Leidenschaft teilen. Sich im Ziel nicht nur über die eigene Leistung freuen zu können sondern über die des Teams und mit vereinten Kräften letztlich Berge zu versetzen!
#rookierule2015 – Ich hab euch lieb!!!