Training: Laufen mit niedrigem Puls

Wie ich ja hier und da schon mal beschrieben habe, bin ich eine sogenannte Hochpulserin. Für mich ist es also (fast) kein Problem zwei Stunden. oder sogar länger mit einer Herzfrequenz von 180bpm durch die Gegend zu Laufen 😀

Vor meinem Marathon habe ich mich deswegen mal komplett durchchecken lassen. Getestet wurden die Blutwerte, ruhiges EKG, belastungs- und langzeit-EKG. Das Ergebnis war sehr erfreulich 🙂 Ich bin top-fit und kerngesund.
Medizinisch gab es also keine Erklärung für diese mega hohe Herzfrequenz.
„Dann müssen Sie halt etwas langsamer Laufen. Mit genug Training kommt dann auch der ruhige Puls!“
Diesen lieben Rat von meinem Hausarzt habe ich mir bis jetzt aufgehoben 😀

Was bedeutet Training nach Herzfrequenz?

Beim Training nach der Herzfrequenz ist der Puls ein sehr guter Indikator, wie anstrengend die Bewegung für den Körper ist. Maßstab ist dabei der persönliche Maximalpuls. Nach der Formel 220 – Lebensalter = Maximalpuls ist ein erster Ansatz, aber leider nicht zuverlässig. Am besten kann man den eigenen Maximalpuls beim sog. Coopertest test. Ziel dabei ist es 3km in 12min. zu laufen. Oder anders gesagt, sich 12 Minuten absolut verausgaben und mal sehen, wie hoch der Puls steigt. Bei den Trainingsbereichen scheiden sich dann natürlich die Geister, ich hab es jetzt mal wie folgt zusammen gefasst:

Mein Training

Ich habe meinen Maximalpuls bisher noch nicht ermittelt, bin mir aber sehr sicher, dass dieser nicht bei 196bpm (220 – 24 = 196) liegt, sondern etwas höher. Bei 80% sollte mein Puls ja trotzdem ungefähr bei 160-165bpm liegen. Dann bewege ich mich also genau an der Grenze zwischen dem lockeren Dauerlauf und dem Tempodauerlauf. Um im Winter meine Grundlagenausdauer zu verbessern und mit Rücksicht auf den grundsätzlich höheren Puls sollte das genau der richtige Bereich für den nächsten Marathon werden. Einmal in der Woche heißt es also: einen laaaaangen und laaaaangsamen Dauerlauf im GA1-Bereich mit max. 80% HF-max 🙂 Die beiden kürzeren Läufe in der Woche werde ich wieder im Tempodauerlauf-Bereich laufen. (Mit dem Lauftreff wäre alles andere auch echt schwierig…!)

erstes Fazit

Am Wochenende hab ich also bei perfekten 19°C einen ersten „Niedrigpulslauf“ gewagt.

Oh man, war das langsam! 16,3km im Schnitt in 9min/km. Das ist eigentlich eher Walking-Tempo! Zum Ende wurde es auch immer schwieriger, den Puls im „Bereich 4“ meiner TomTom Multisport GPS zu halten. Zum Glück hat Viola mich begleitet – so konnten wir uns zusammen im Schneckchen-Modus durch Köln schieben. Auf jeden Fall hatten wir ein Tempo, bei welchem wir und wirklich die ganze Zeit unterhalten konnten 😀
Mit einer durchschnittlichen HF von 165bpm war ich für das erste Mal sehr zufrieden. Drunter geht einfach nicht!!! Jetzt werden wir sehen, ob der Puls dann wirklich wie von alleine runter geht 🙂
Trainiert ihr nach Herzfrequenz?

11 Gedanken zu „Training: Laufen mit niedrigem Puls

  1. Anonym Antworten

    Endlich mal jemand, der dieses Thema anspricht!!! Ich lese nämlich auf allen Blogs immer nur von den Geschwindigkeiten der Läufer (und bin total frustriert über meine), aber niemand redet dabei über den Puls! Bei mir ist der auch immer so enorm hoch wie bei Dir, aber ich dachte immer, das liegt daran, dass ich allgemein nicht so gut trainiert bin. Aber bei Dir kann das ja kaum sein 😉 Ich habe vor ein paar Monaten extra mit dem Laufen begonnen, um meinen hohen Puls in den Griff zu kriegen und bin inzwischen recht enttäuscht, dass das irgendwie nicht klappt. Du meinst also, durch langsameres Laufen klappt das? Ich dachte immer, ich muss meinen Körper ordentlich auspowern, damit er langfristig ruhiger "pulisert", aber einfach ganz langsam laufen klingt ja gut. Berichte bitte mal, ob das bei Dir dann funktioniert!
    LG
    Anja
    P.S. Ich kenn mich mit dem ganzen technischen Kram nicht so aus und bin daher ganz froh, dass ich Dir anonym schreiben kann 😉

    • Mecky Caro Antworten

      Hallo Anja,
      ich freu mich total über deinen Kommentar! Ich kann dir versichern, jeder noch so schnelle Läufer hat mal klein angefangen – das gehört einfach dazu 🙂
      Ich glaube wirklich, dass langsam Laufen (oder anderer langsamer Ausdauersport) mit niedrigem Puls die einzige Möglichkeit ist, an der hohen HF etwas zu ändern…. Ich halte dich gerne auf dem Laufenden 🙂
      Liebe Grüße

  2. Lisa K Antworten

    Mein Puls schießt auch so extrem in die Höhe. Nicht nur beim Laufen, ich kenn das generell von Ausdauersport, auch beim wandern, wenns mal steiler ist. Da ist dann langsamer ohnehin schon nicht mehr möglich, weil schenll bergauf kann ich nicht.
    Ich glaube ich kann auch gar nicht so langsam laufen, dass mein Puls so weit unten bleibt, einfach weil ich da mega untrainiert bin.
    Demnach ignoriere ich meine Herzfrequenz eher. Würde ich aber mal einen Marathon planen würd ich mich sicher auch mal durchchekcen lassen 😉

    • Mecky Caro Antworten

      Ich ignoriere es ja auch immer wieder 🙂 meistens dann, wenn ich das Gefühl habe dass es mich zu sehr unter Druck setzt!
      So lange der Arzt grünes Licht gibt ist es denke ich auch fast ein Luxus-Problem 😉
      Liebe Grüße

  3. Lauf Markus Antworten

    Ich habe zwar meist in Extremsituationen nur einen Puls von etwas über 180bpm, aber wenn ich das so wie du runerrechnen würde würde es mir schwindlig werden. Dann dürfte ich mich ja garnicht mehr bewegen 😉 Daher trainiere ich immer noch einfach nach Lust, Laune und Geschwindigkeit 🙂

    • Mecky Caro Antworten

      Hihi 🙂 Zum Glück hab ich ja eine ganz ganz tolle Uhr, die das für mich ausrechnet 😀 Auf der langen Strecke wäre es aber auch eine willkommene Abwechslung nicht immer nur Pace, Zeit und Kilometer zu rechnen^^
      Nach Lust und Laune macht auch mit Abstand am meisten Spaß!

  4. Anonym Antworten

    Meiner Erfahrung nach geht der Puls tatsächlich runter, wenn man diese langen, langsamen Läufe macht. Vor ein paar Jahren habe ich das sogar mit einem Puls von 130 gemacht. Da wurde ich zum Teil sogar von Spaziergängern überholt. Aber der Puls geht runter und die Leistungsfähigkeit hoch. Ich glaube das "zu schnelle" Laufen ist doch oft ein Grund dafür, dass viele Läufer frustriert wieder aufhören, weil es erstens super anstrengend ist und zweitens die Leistungsfähigkeit gar nicht so richtig besser wird. Oder Caro?

    LG, Viola

    • Mecky Caro Antworten

      Da hast du mal wieder einfach nur Recht 🙂 Aber wir arbeiten ja dran! Ich bin echt froh, dass ich da nicht alleine durch muss und freue mich echt, dass wir zusammen Laufen können!

  5. Robert Antworten

    Ich weiß nicht, ob ich auch ein Hochpulser bin. Habe noch keine HF-max-Bestimmung gemacht, lediglich so einen Laktat-Test ohne Ausbelastung. Hier lag mein GA1/2-Bereich für TDL bei 163-168. In den Halbmarathon dieses Jahr bin ich grds. immer bei 178+ gelaufen. In den Langen Läufen liege ich so bei rund 160.

    Bei mir ist es aber so, dass wenn ich abends nach der Arbeit laufe mein Puls grundsätzlich höher ist als an den Wochenende, oder wenn ich morgens laufe. Der Unterschied bei gefühlt gleicher Belastung liegt bei etwa 10 Schlägen. Hast du / ihr (anderen MitlerInnen 🙂 so etwas auch schon festgestellt?

  6. MissCadaver Antworten

    Endlich noch ein Läufer der Gattung "Hochpulser". Wie schön!
    Ich kann auch locker mit einem Durchschnittspuls von 180bpm einen Halbmarathon laufen (2:15h)… und danach nicht absolut "fertig" sein. Mein Maximalpuls wurde mal auf 210bpm gemessen. Ich glaube, das dürfte in etwa stimmen.
    Mein Freund läuft auch regelmäßig und meint immer, er wäre bei so einem hohen Puls definitiv tot. 😉 Ich finde es dagegen immer etwas putzig, wenn er meint, sein Maximalpuls bei einem schnellen Lauf wäre 172bpm…. da wäre ich noch nichtmal richtig warm. 😀

  7. Susocial Antworten

    Hi, hab deinen Blog gerade entdeckt und folge dir direkt mal 😉

    Ich hab auch einen relativ hohen Puls, werde superschnell rot im Gesicht aber lauf trotzdem locker durch, während andere Leute sich immer schon Sorgen um mich machen 😉

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