Wettkampf: Herscheid Triathlon

Ich habe es wirklich getan – ich habe meinen ersten Triathlon gefinisht…


Am Samstag morgen machten wir uns früh genug auf den Weg nach Herscheid, wo 500m schwimmen im Freibad, 20km Radfahren und 5km laufen auf uns warteten. Wir sind sehr gut durchgekommen und waren somit früh genug am Veranstaltungsort um in Ruhe unsere Unterlagen zu holen, in der Wechselzone einzuchecken und ein bisschen die Atmosphäre zu genießen. Das Kuchenbüffet zum Beispiel war von den Mitgliedern des Vereins gespendet und eine Auswahl zwischen den Selbst-gebackenen Kuchen fiel schwer 🙂 wir konnten auch den Athleten, die in der Landesliga gestartet sind, ein bisschen zuschauen, Haare einflechten und dann wurde es langsam ernst…

Die erst gute Überraschung – das Freibad war geheizt und so hatte das Wasser angenehme 26 Grad 🙂 wir bekamen unsere verschiedenen Badekappen und konnten uns ein paar Bahnen einschwimmen. Dann fiel der Startschuss 🙂

Ich hab vor lauter Aufregung ziemlich viel Wasser geschluckt, bin aber ansonsten wirklich gut durchgekommen! Immer mit dem Hintergedanken, meine Kräfte gut einzuteilen konnte ich zügig durchschwimmen und verließ nach knapp 12min. das Wasser.

In der Wechselzone zeigte sich dann nochmal sehr deutlich meine Nervosität 😀 mit nassen Beinen ist es wirklich sehr schwer, in die Radhose zu springen – vor allem wenn die Hose innen ein Gummiband hat 😀

Söckchen an (so viel Zeit muss sein), Helm und Handschuhe und ab aufs Rad!

Hier ging dann der große Kampf los… Es galt zwei Runden á 10km zu bestreiten. Soweit, so gut…! Wären da nicht die 217 Höhenmeter! Alter Schwede! An der schlimmsten Stelle hatte der Berg 14% Steigung! Ich meine, ich bin ja aus dem Rheinland und hier gibt es keine Berge!!! Selbst wenn ich Radfahren etwas mehr trainiert hätte, wäre ich da im Leben nicht raufgekommen! Es waren wirklich die 20 schlimmsten Kilometer, dich ich in meinem Leben hinter mich gebracht habe! Ich habe geflucht wie ein Rohrspatz, meine Oberschenkel haben gebrannt, bis ich das Gefühl hatte, sie platzen und zu guter Letzt haben mich auch noch Wadenkrämpfe gequält. Natürlich hatte ich keine Verpflegung dabei, aber aufgeben kam einfach nicht in Frage 😀

Ich war noch nie so glücklich wie in dem Moment, als ich nach der zweiten Runde in die Wechselzone einbiegen konnte! Der Wechsel ging dann zum Glück ruck zuck und schon war ich auf der Laufstrecke.

Hier war mir mittlerweile alles egal 😀 das Laufen lief absolut automatisch und ich konnte die drei Runden in einem recht konstanten Tempo durchlaufen.

Zwar kam mich mir vor, wie das letzte Schneckchen, das kaum von der Stelle kommt, aber ich bin angekommen 🙂 auch hier ging es wieder erst den Berg rauf – und dann wieder runter… Nach knapp 33 Minuten erreichte ich dann das erlösende Ziel 🙂 das besondere an meinem Zieleinlauf: mit mir liefen die Grundschüler aus Herscheid im Zielnein, die am kleinen Triathlon teilgenommen haben! Als wäre das nicht schon besonders, hab ich ausnahmsweise auch eine Finisher-Medaille erhalten 🙂

Das Gefühl im Ziel ist wirklich kaum zu beschreiben. Es war nicht dieses stolze Glücksgefühl, welches ich von den Läufen kenne – es war pure Erschöpfung, körperlich wie auch mental, gemischt mit der Freude, dass es ENDLICH vorbei war!
Mein Liebster hatte zum Glück direkt etwas Iso-Drink für mich – ich war wirklich noch nie so unterzuckert… Meine Endzeit beträgt 2:06:08h und jetzt, wo ein paar Tage vergangen sind, kann ich mich erst richtig freuen, dass ich es wirklich geschafft habe!
Für den ersten Triathlon war die Radstrecke wohl doch etwas zu anspruchsvoll aber es war gleichzeitig mein Beweis, dass erstens alle Ausdauersportarten im Kopf entschieden werden und zweiten zwischen „ich kann nicht mehr“ und „ich will nicht mehr“ unglaublich viele Kraftreserven stecken, die nur hervorgelockt werden wollen!
Der nächste Triathlon wird dafür umso besser vorbereitet sein und auch der Veranstaltungsort wird mit mehr Sorgfalt ausgewählt (diesmal war das entscheidende Kriterium das Schwimmen im Schwimmbad :D)
Erstaunlicher Weise hatte ich keinen großen Muskelkater 🙂 ich war so kaputt wie noch nie in meinem Leben und hatte einen wahnsinnigen Heißhunger auf Nudeln, der bis gestern angehalten hat 😀

Jetzt kann der Marathon kommen – so schlimm wie der Triathlon kann es gar nicht werden 🙂

Seid ihr auch schon mal so krass an die eigenen körperlichen Grenzen gekommen?