Wettkampf: Köln Marathon 2014

Was soll ich sagen??? ES WAR DER WAHNSINN!!!

Ich habe es wirklich getan 🙂 Am 14.09.2014 habe ich nach 5:17:33h in meiner Heimatstadt Köln meinen ersten Marathon gefinisht 🙂 (Irgendwie kann ich es immer noch nicht glauben…)
Und ohne euch hätte ich das nie geschafft! Danke für die lieben Kommentare, Danke für die Emails und Nachrichten die mich vor/während und nach dem Lauf erreicht haben! Es war ein unglaubliches Gefühl zu wissen, dass so viele Leute mir nur das Beste wünschen!!!

Aber jetzt erstmal eins nach dem anderen 🙂
Mein Marathon Wochenende begann Freitags ganz entspannt auf der Messe. Ich war mit Saskia verabredet und zusammen schlenderten wir also durch die Arena und holten unsere Startunterlagen ab 🙂

Natürlich hatte ich ganz pünktlich ein paar Tage vor dem Start ein leichtes Kratzen im Hals und ein bisschen Husten… Nennen wir es mal „Marathonitis“ 😀 
Da wir Freitags schon Mittags auf der Messe waren, war es nirgendwo voll, wir mussten nicht warten und es war eigentlich alles gut organisiert… Etwas blöd fand ich, dass wir am Eingang unsere Startunterlagen bekommen haben und erst am Ausgang die Beutel – den Beutel hätten wir auf der Messe bestimmt gut gebrauchen können 😉
Ich hab mit dann die letzten Assecoires und Energiegels gekauft 🙂 Samstag hab ich versucht noch einmal etwas durchzuatmen und mich nicht zu sehr bekloppt zu machen. Dann wurde es dunkel, hell und schon war der große Tag da.

Hier überrollten mich zum ersten Mal an diesem Tag meine Gefühle. Es flossen dicke Krokodils-Tränen und eigentlich kann ich gar nicht genau sagen wieso… Irgendwie war die Anspannung so unglaublich groß und ich hatte ein bisschen Angst, dem nicht gewachsen zu sein und irgendwie war ich auch ein bisschen traurig, dass das Projekt „Mein erster Marathon“ so nah zu Ende sein sollte 😀 Ja, manchmal bin ich halt ein bisschen emotional 😉

Das Gute an einem Marathon ist ja, dass man nicht 42km aufgeregt sein kann 🙂 Also setzte ich mich, noch etwas unsicher, in Bewegung. Schließlich passte ja alles. Das Frühstück war perfekt verlaufen, wir hatten einen Plan, wann ich welche Gels nehme, wo meine Liebsten stehen würden, wann ich mein Schweißband wechsel, es war Königswetter angesagt und ich war ja auch schließlich in Köln 😉

Bei km 8 hatte ich mich dann wieder beruhigt und genoss es einfach zu laufen 🙂 Der Abschnitt war für mich auch eigentlich das erste Highlight: Die Severinsstraße ist eine der ältesten kölschen Strassen – hier fängt zB. auch immer der Rosenmontagszug an. Einfach schön durchzulaufen!

Kilometer 20

Kilometer 27

Ein paar Meter vor der HM-Marke kam dann der erste Einbruch… Ich hatte unglaublichen Hunger und mein Magen knurrte ohne Ende… Eigentlich wollte ich bis km 30 nur Wasser trinken und das erste Dextro war für km 26 geplant, aber so konnte ich unmöglich weiter laufen… Also hab ich mir am nächsten Verpflegungsstand kurzentschlossen einen Iso-Drink gegönnt. Das war auch echt die richtige Entscheidung, auch wenn ich durch den schnellen Zucker ab da an jeder Station einen Iso-Drink nachschießen musste 🙂

Kilometer 37

Nach der 30km-Marke wurde es nochmal richtig hart. Aber das war ok, schließlich war ich darauf vorbereitet… (Zumindest bis km 35) Meine Beine drohten ständig zu krampfen, kam die Sonne raus brannte meine Birne, war es etwas windig wurde es kühl… Genau in diesem Moment sah ich meinen Bruder mit seiner Freundin 🙂 was für eine Wohltat! Zur richtigen Zeit am richtigen Ort! (es war so, dass die zwei entlang der Strecke mit dem Rad unterwegs waren und mich so immer wieder trafen :))
Sie begleiteten mich also wieder ein paar Meter, sprachen mir gut zu und lenkten mich ein bisschen ab 🙂
Bei km 37 gab es dann das letzte Energiegel und ab da hieß es nur noch: Lauf das Ding nach Hause! Ich hab es wirklich noch NIE erlebt, dass mein Kopf so stark ausgegangen ist. Ich bin einfach nur noch gelaufen. Im gleichmäßigen Tempo, einen Schritt nach dem anderen. Um mich herum hab ich nicht mehr viel mitbekommen. Ich kann mich wage erinnern, dass ich (immernoch) von allen Zuschauern richtig cool angefeuert wurde, obwohl der Großteil der Läufer ja schon lange vorbei war 🙂 Hier nochmal: Danke Köln 😉

Die letzten 50m. Der rote Teppich beginnt und ich kann es nicht fassen. Ich habe irgendwo noch Kraftreserven und beschleunige mein Tempo, fliege ins Ziel. Das zweite Mal an diesem Tag, dass mich meine Gefühle überrollen und ich bin einfach nur unfassbar glücklich! ICH HABE EINEN MARATHON GEFINSHT!!! Ich kann es nicht glauben 🙂

Mit Tränen überströmt nehme ich meine Medaille entgegen, aber es kommt einfach nicht in meinem Kopf an… Ich habe es geschafft!

Es war wirklich das Beste, was ich jemals gemacht habe 🙂
Ich konnte wirklich (fast) jede einzelne Minute genießen, habe immer wieder total nette Gespräche geführt, hab mich über Zuschauer gefreut und immer wieder meine schöne Stadt bewundert 🙂 
Jetzt sind ein paar Tage vergangen und ich konnte das alles ein bisschen Verarbeiten 🙂 Ich hatte natürlich den Muskelkater meines Lebens und kann erst heute wieder so einigermaßen Treppen laufen. Oh man, 40 Jahre gealtert in 24 Stunden 😀

Das trifft es auf den Punkt 🙂 Aber es war definitiv nicht mein letzer Marathon – und trotz dieser Schmerzen kann ich es kaum erwarten wieder an der Startlinie zu stehen 😀

Jetzt ist aber natürlich erstmal Regeneration angesagt und dieses Jahr werde ich ich wohl keinem Trainingsplan mehr hingeben!

Falls ihr noch am hin und her überlegen seid, ob ihr eine Marathon laufen könnt/wollt/solltet: Auf jeden Fall! Ich habe bewiesen, dass es mit genug Geduld und genug Training auch für einen rauchenden Schwabbel möglich ist!