Wettkampf: Regionalgas-Triathlon Zülpich Teil 2

Heute folgt der zweite Teil meines ersten „richtigen“ Triathlon in Zülpich. Wie es dazu kam, dass ich wirklich glücklich aus dem Wasser kam, könnt ihr im ersten Teil nachlesen 🙂
Die Wege vorher schon abzulaufen, war eine sehr gute Idee 🙂 Ich hatte in der Wechselzone somit überhaupt keine Orientierungsschwierigkeiten, fand ohne Umwege meinen Platz und hatte auch jetzt keinen Grund zur Panik.
Hier machte sich dann das fleissige Wechseltraining im Rookie-Programm bezahlt. Ich wusste genau was ich tat: Gesicht abtrocknen, Helm und Brille anziehen, Trinken, Schuhe, Uhr vorbereiten, Trinken und los zur weißen Linie.

Vielleicht war ich in der Wechselzone ein bisschen zu entspannt – dort kann ich auf jeden Fall noch ein bisschen Zeit herausholen. Und auch meine Auf-das-Rad-Spring-Technik ist noch optimierungsbedürftig 🙂
Nun galt es 22km mit insgesamt 100HM zu bestreiten. Die Strecke war am Anfang flach, gerade, führte über Wirtschaftswege und so brauste ich los. Windschattenfahren war verboten – so dachte ich, müsste ich mir keine Sorgen machen, dass es zu eng auf der Strecke würde – wie gesagt, dachte ich…
Die Herren der Schöpfung mussten beim Überholen meine Spur so eng schneiden, dass mir öfters heiß und kalt gleichzeitig wurde!
Mein Ego hat wirklich nichts dagegen, wenn ich überholt werde, ich halte mich rechts und achte darauf, dass immer GENÜGEND Platz zum überholen bleibt… Aber gut – ich konnte auch ein paar Radfahrer überholen und bin wirklich viel auf meinem Auflieger gefahren 🙂 Dann kam die Steigung, welche ich überraschender Weise ganz gut wegstecken konnte – ein Hoch auf das Training 🙂

Beim Blick auf die Uhr wunderte ich mich die ganze Zeit – „Ich bin doch schneller als 27km/h???“ Also hab ich immer wieder Gas gegeben, schließlich war geplant mindestens ca. 30km/h zu fahren, aber die Anzeige wollte sich einfach nicht verändern… Später fiel mir dann auf, dass ich statt der ständigen Geschwindigkeit die durchschnittliche Geschwindigkeit angezeigt hatte 😀 Wieder ein Memo an mich: richtige Einstellung auf der Uhr ist wichtig 😀

Brav wie ich bin, hab ich am Ende der Radstrecke herunter geschaltet. Noch einer der wertvollen Tipps der erfahrenen Triathleten 🙂 Leider waren knapp 1500m etwas zu früh, sodass doch noch einige Athleten an mir vorbei gezogen sind – also Memo an mich: 500m zum Beinelockern reicht völlig 🙂

Das zweite Mal in der Wechselzone lief genauso gut wie das erste Mal. Wie automatisch konnte ich jeden geplanten Handgriff ausführen und auch schon in die Schuhe schlüpfen und los.

Wieder war es meine Uhr, die mich ärgerte. Irgendwie bekam ich kein GPS-Signal und musste also ganz nach Gefühl laufen. Meine Devise war: nur nicht überpacen – auch 5km können verdammt lang sein!
Die Beine fühlten sich aber gut an, also lief ich 🙂 Ein kurzer Stopp an der Getränkestation, nochmal lieben Dank an die Helfer für die aufmunternden Worte, und weiter.
Dann kam auch endlich das Signal auf meiner Uhr. 5:20min/km!!! Vieeeeel zu schnell! Das schaffe ich nie!
Den nächsten Kilometer dann auch in 5:28min/km! Ich muss ganz dringend Tempo rausnehmen, sonst kann ich hinterher nicht mehr…!
Kilometer 4 dann in 5:25min/km. Ob das gut geht? So schnell war ich schon sehr lange Zeit keinen 5er mehr gelaufen! Und dann auch noch nach schwimmen und laufen…!
Ganz langsam brannten die Muskeln ein wenig, aber man konnte das Ziel schon hören… Jetzt nur nicht nervös werden, wenn ich das Tempo hielt, wäre das fast eine neue PB.
Langsam waren auch wieder mehr Zuschauer am Streckenrand, sodass es bis ins Ziel eigentlich nicht mehr weit sein könnte.
Ab da war alles egal – ich legte nochmal ein bisschen zu, auch wenn die Oberschenkel platzen 😀

Strahlend bis über beide Ohren erreichte ich nach insgesamt 90 Minuten das Ziel 🙂 Der 5km-Lauf war dann mit 25:56min. sogar tatsächlich eine neue PB – WAHNSINN! Wer hätte gedacht, dass ich nochmal so schnell laufen kann???
Ich sicherlich nicht 😀
Eigentlich fand ich es fast schade, dass der Wettkampf so schnell vorbei war 🙂 Ich hatte unendlich viel Spaß und nun bin ich mir noch sicherer, dass das „mein“ Sport ist! Ich habe alles gegeben und konnte jede Minute genießen 🙂
Besonders gefallen hat mir, dass man bei den kurzen Distanzen von Anfang an richtig Gas geben kann und sich nicht darauf konzentrieren muss die Kräfte richtig einzuteilen!
Mir macht es einfach viel mehr Spaß als diese langen Geschichten – wer braucht schon die Langdistanz wenn man im Sprint seine Liebe gefunden hat?

Nun weiß ich, dass ich für den Köln-Triathlon gut vorbereitet bin und die Vorfreude steigt mir jeder Minute!
Es war das perfekte Debüt – so viel Freude hatte ich wirklich sehr lange nicht mehr an einem Wettkampf!

Irgendwie haben wir total vergessen ein Sieger-Foto zu schießen… Das muss dann also bis September warten 🙂

Ins Ziel und direkt zur neuen PB haben mich meine Brooks PureFlow getragen, der Einteiler war wirklich eine sehr gute Investition und auch die TomTom Multisport-Cardio war ein (fast) treuer Begleiter 🙂

Ich wünsche euch ein schönes und sportliches Wochenende 🙂 Genießt das gute Wetter!