Wettkampf: Carglass Cologne Triathlon Weekend

Drei Monate Training. Drei Monate in welchen ich meinen Körper (mal wieder) ganz neu kennenlernte. Drei Monate um tolle Menschen kennen und lieben zu lernen um am Ende des CCTW so glücklich zu sein, wie lange nicht nach einem Wettkampf.
Der Triathlon-Morgen begann früh und leider regnerisch… 🙁 Wirklich nicht das Wetter, bei welchem man sich freiwillig draußen sportelt 🙁 Aber manche Dinge kann man sich ja nicht aussuchen, also Sachen ins Auto und ab zum Fühlinger See.

Meine Wechselzone war aufgrund des Wetters natürlich etwas improvisiert, aber nasse Schuhe waren natürlich keine Alternative :S
Meinen Nerven ging es zu diesem Zeitpunkt übrigens noch gut. Am Tag zuvor stand ich im RaceOffice und habe Startunterlagen ausgegeben, die Nacht war sehr erholsam und ich fühlte mich gut.

Ich war aber trotzdem sehr froh, dass ich nicht alleine am See herumlief. Meine Mit-Rookies waren natürlich genauso aufgeregt. Aber es war dieses positive Kribbeln. Endlich war es soweit. Der Tag auf den wir so lange trainiert haben, bei dem wir uns nicht vorstellen konnten, dass er wirklich kommen wird…

Unsere Athleten auf der Smart-Distanz sollten vor uns auf die Strecke gehen. Es gab also noch eine kurze Einweisung vom Lieblingstrainer und schon verschwanden sie auch schon um sich einzuschwimmen. Wir Olympioniken brachten uns derweil in Anfeuer-Position auf dem Weg vom Wasser in die erste Wechselzone. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und Zwischendurch ließ sich sogar die Sonne blicken.
Als ich dann so am See Stand und die Strecke betrachtete, konnte ich nicht glauben, dass ich dort 1. schwimmen sollte und 2. auch noch 1.500m.

Panik steigt auf. In diesem Wasser KANN ich keine 1.500m schwimmen – was hab ich mir dabei nur gedacht?
Es kullern auch die ersten Tränchen – so nervös war ich wirklich sehr lange nicht mehr und vor allem hat es mich noch nie so kalt und plötzlich erwischt!
Die Hände zittern und ich zweifel ernsthaft an meinem gesunden Menschenverstand.

Nach und nach kommen unsere Athleten aus dem Wasser und ich kann mich ein bisschen ablenken, bis es auch für uns Zeit für die Wettkampfbesprechung wird.
Immernoch stehen wir am See und der Veranstalter weist uns ein: „Wenn ihr dann auf die Laufstrecke zu den 10km aufbrecht…“
Wieder bricht es über mich hinein. Andere Sportler müssen „nur“ einen 10km-Lauf absolvieren und ich soll vorher jetzt auch noch schwimmen und radfahren? NEVER!

Kurze Zeit später kommen zum Glück meine Mama und mein Lieblingsmensch am See an. In manchen Beziehungen wird man glaub ich nie erwachsen: Ich war so unendlich froh,als meine Mutter dort war, mich in den Arm genommen hat und mir gut zugeredet hat! Und auch der Lieblingsmensch hat mir sehr viel halt gegeben 🙂

Schon mussten auch wir uns umziehen und ab ins Wasser. Auch als ich den Neo anhatte, wurde es nicht besser, aber nach dem CheckIn gab es auch keinen Weg mehr zurück. Irgendwie musste ich das nun hinbekommen. 

Strategisch gut positionierte ich mich in Schwimmrichtung links hinten, entlang der Bojenleine.
Der Startschuss fällt und ein paar Augenblicke später setze ich mich in Bewegung. Die große Aufregung verfliegt ein bisschen und es kommt das, was ich befürchtet habe: 
Langeweile…!
Furchtbar! Ich hatte das Gefühl dass ich nicht von der Stelle kam, die Wendeboje kam einfach nicht näher, der Neo war unbequem und viel zu warm und eigentlich hatte ich keine Lust mehr. Zu allem Überfluss merke ich, wie sich mein Tape am Fuß langsam löst. Dabei sollte das doch meine Blasen-Prävention sein, weil die Wettkampfschuhen eine blöde Scheuerstelle haben. Aber ich habe ja ein bisschen Zeit zu überlegen und beschließe gleich in meiner Kiste zu kramen und Socken anzuziehen bevor ich aufs Rad steige!

Man, Man, Man. Echt eine Enttäuschung nachdem das Schwimmen in Zülpich ja eigentlich gut gelaufen ist…

Aber auch das hatte zum Glück ein Ende. Die tollen Helfer hieven mich aus dem Wasser und das erste was ich höre als ich wieder ein bisschen Orientierung habe, ist die meiner Mama und der Lieblingsmensch steht neben ihr und macht Fotos <3 <3 <3 
Entlang der Wechselzone stehen die Rookies schon bereit und feuern mich an – es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl, wenn so viele tolle Menschen am Rand stehen!!!

Ich drücke die Uhr ab, kann aber mal wieder nicht lesen wie lange ich denn nun gebraucht habe… Das muss ich definitiv noch üben 🙂
Zumindest fand ich meinen Wechselplatz direkt. Direkt neben meiner Stange steht eine Helferin und weist den Athleten die richtige Richtung. 
Ich: „Entschuldigung, können Sie mir sagen wie spät es ist?“
Sie (lacht auf und kramt in ihrer Tasche): „Klar, es ist 14:41 Uhr“
Also habe ich fürs schwimmen und der Weg durch die erste Wechselzone gut 41 Minten gebraucht – das lief ja schon mal zufriedenstellend 🙂
Zum Glück finde ich die Socken schneller als gedacht und dank des guten Trainings verläuft der erste Wechsel wieder sehr gut und ich trödel auch nicht mehr so wie beim letzten Mal.
Als mir klar wird, dass ich jetzt radfahren darf, geht es mir wesentlich besser. Das Wetter ist zwar immernoch trüb und es fisselt ein bisschen, aber Radfahren ist meine Lieblingsdisziplin und das möchte ich nun auch genießen!

Als ich an der Mountline dann auf den Renner springen möchte, höre ich von der Seite nur: „Oh schönes Fahrrad!“
Ich war ein bisschen irritiert, schaue nach oben und bedanke mich 🙂 Solche netten Worte tun wirklich immer sooo gut!
An dieser Stelle also nochmal DANKE an den Kampfrichter für dieses Kompliment 🙂

Wie es mit meinen Nerven weiterging, das Radfahren lief und ich beim Laufen mal wieder völlig am Ende war, lest ihr im nächsten Teil….