Training: das erste Rennrad – Teil 1

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Der Entschluss steht fest und die Anmeldung für den Velothon, die Cyclassics oder ein anderes Radrennen ist getan. Jetzt hat der alte Drahtesel endgültig ausgedient und ein neuer Flitzer muss her.

oder:

Man fängt mit dem Triathlon und weiß gar nicht, was man zuerst kaufen soll. Laufschuhe haben die meisten Menschen irgendwo zu Hause stehen. Ein Badeanzug bzw. eine Badehose ist auch schnell aus dem Schrank gewühlt und mit ein bisschen Glück findet man auch die Schwimmbrille, die man mal im Urlaub gekauft hat.

Die teuerste Anschaffung ist aber mit Abstand ein Rennrad, damit man auch so sau cool aussieht wie alle anderen Athleten – ja, den ersten Triathlon kann man wirklich mit seiner alten Gurke bestreiten. Hat man sich aber einmal zum Kauf eines Renners entschieden, werfen sich 1.000.000 Fragen auf und ich möchte meine Erfahrungen nun weiter geben.

Triathlonrad, Rennmaschine oder Tourenrad?

Grundsätzlich unterscheiden diese drei Arten von Rädern in erster Linie in ihrer Sitzposition. Ist beim Rennrad von extrem leicht und aerodynamisch (Rennmaschine) bis sportlich-komfortabel (Tourenrad) alles dabei, ist das Tri-Bike ein absoluter Kämpfer gegen den Luftwiderstand, welcher durch einen speziellem Aerolenker eine sehr aerodynamische Sitzposition ermöglicht.

Leider bedeutet aerodynamisch, besonders am Anfang immer, dass man sehr unbequem sitzt. Es ist einfach eine sehr unnatürliche Haltung die zu (Muskel-)Schmerzen gerade im unteren Rücken und/oder im Bereich der Schultern führen kann.

Der Popo muss sich wirklich bei jedem Rad erstmal an die Belastung gewöhnen…

Bei der Wahl sollte man auch bedenken, ob man in der Regel alleine oder in der Gruppe fährt. Klar, im Wettkampf müssen wir alleine fahren und die Winschattenbox einhalten, allerdings machen die Wettkampfkilometer im Jahr ja nur einen winzigen Bruchteil der Jahreskilometer aus.

Fährt man den Rest des Jahres eher und auch gerne in der Gruppe, würde ich immer von einem Triathlonrad (mit Aerolenker) abraten. Es ist einfach zu gefährlich, da Bremsen und Schaltung an unterschiedlichen Hebeln ist und eine schnelle Reaktion ggf. unmöglich ist und die ganze Gruppe gefährden kann.

Der Unterschied zwischen einem Tourenrad und der Rennmaschine liegt in der Sitzposition. Sitzt man bei der Rennmaschine im Oberrohr sehr lang und somit sehr tief kommt der Lenker dem Fahrer bei einem Tourenrad etwas entgegen, sodass man etwas aufrechter sitzen kann. Diese Position ist wesentlich angenehmer und kann auch am Anfang schon etwas länger gefahren werden.

Mein erster „richtiger“ Renner ist nun ein Tourenrad geworden, auf welchem ich auch 120km ohne Schmerzen gut sitzen kann und trotzdem nicht auf Geschwindigkeit verzichten muss und in der Gruppe gut mithalten kann.

Stahl, Alu oder Carbon?

Natürlich hat jedes Material seine Vorzüge und natürlich hat es auch mindestens genauso viele Nachteile. Hier gibt es erstmal eine kleine Übersicht:

Rennräder aus Stahl sind die Klassiker unter den Rennrädern. In den 90ern war Stahl das Material der Helden der Straße. Es ist auch bei Stürzen sowie bei der allgemeinen Abnutzung extrem haltbar. Stahl lässt sich zum Beispiel nach einem Sturz in den meisten Fällen einfach wieder gerade biegen ohne dass der Rahmen an Komfort oder Sicherheit einbüssen muss. Der größte Nachteil ist das Gewicht. Stahlrahmen sind in der Regel, im direkten Vergleich zu den anderen Materialen, sehr schwer. Soll es aber um eine Investition fürs Leben gehen, sollte das Gewicht eine kleinere Rolle spielen und somit ist ein Rahmen aus Stahl auf jeden Fall eine Alternative. Dazu kommt noch, dass Stahlrahmen (fast) unkaputtbar sind und man sie so sehr oft sehr güsntig auf dem Gebrauchtradmarkt findet. Für den Anfang also eine kostengünstige Alternative. Mein erster Renner war ein Stahl-Peugeot-Rahmen aus den 90ern und wäre er nicht viel zu groß gewesen, wäre ich ihn sicherlich auch weiterhin gefahren. Ich habe ihn jetzt an meinen Schatz vererbt – und er rollt immernoch wie am ersten Tag!

Wie auch Rahmen aus Stahl sind Alurahmen sehr haltbar, robust und einfach zu reparieren. Allerdings sind sie leichter als Stahlrahmen und fahren sich steifer als diese. Es ist das beliebteste Material im Hobbysport, was sich durch die große Nachfrage auch im Preis wiederspiegelt. So ist ein günstiges Alurad schon für unter 1.000€ zu bekommen. Soll es bei einem Einsteiger also auf jeden Fall ein Neurad sein, ist Alu eine gute Wahl!

Carbon ist das Leichtgewicht unter den Materialien. Alle ambitionierten Hobbyfahrer sowie die Profis fahren schon lange keine Räder mehr aus einem anderen Material. Das Fahrgefühl ist eher steif, dafür kann der Rahmen kleinere Schlaglöcher abfangen und sorgt so für etwas mehr Komfort auf dem Renner. Es ist ein eher empfindliches Material und wo Metall sich biegt, kann Carbon brechen. Carbonräder sind in der Regel immer etwas teurer als vergleichbare Renner aus Alu und bei der Qualität des Carbons gibt es meilenweite Unterschiede.  Diese Unterschiede machen sich natürlich auch im Preis bemerkbar und so kommt es, dass ein Alurahmen zum gleichen Preis ein besseres Preis-Leistungsverhältnis aufweist. Für den Anfang ist es also eine Spielerei, die nicht unbedingt sein muss.

Fazit

Auch wenn es im nächsten Artikel erst um die Frage neu oder gebraucht? SRAM, Shimano oder Campagnolo? Welche Rahmengröße? gehen soll, möchte ich schon mal ein kleines Fazit ziehen.

Ich denke, ein Alurahmen mit einer komfortablen Sitzposition ist für den Anfang genau das richtige. Es stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und man hat Zeit sich an die Haltung auf dem Rennrad zu gewöhnen. Möchte man dann doch mal noch sportlicher unterwegs sein, lässt sich mit Auflieger und alternativen Laufrädern eine Menge rausholen.