Tagebuch 24.05.2014: Laufgedanken

Laufen in Sommer ist und bleibt ja etwas wunderbares. In dieser Woche sind mir gleich zwei Sachen passiert, die das Laufen im Sommer zu einem ungewöhnlich schönen Erlebnis machen. Von dem ersten möchte ich euch heute berichten:
Letzte Woche hat Frau von Blaubeer mich gefragt, ob ich einen Motivationstipp fürs Laufen hätte: et Voila, es ist Laufen im Sommerregen 🙂

Letzten Montag bin ich bei 22°C und Sonnenschein sehr gut gelaunt gestartet. Ich wollte eigentlich keine große Runde Laufen, sondern „nur“ die Runde mit dem Lauftreff und dann ab auf unsere Terrasse und den Abend genießen.

Die Wege waren wieder voll mit Läufern/Radfahrern/Walkern/Spaziergängern und alle schienen genauso gut gelaunt zu sein wie ich 🙂 Eine wunderbare Atmosphäre. Als ich dann nach meinen ersten Kilometern auf den Lauftreff traf war schnell klar, dass ich das Tempo in der Sonne nicht halten könnte. Wir spalteten uns in zwei Gruppen auf, aber selbst die Traber waren für mich zu schnell unterwegs. Das gequatsche in der Sonne hat mir echt die Luft geraubt 🙂 Also hab ich mich wieder verabschiedet und bin alleine weiter gelaufen. Mein neues Ziel hieß nun „Forstbotanischer Garten“. Im Sommer gibt es dort einen Wasserhahn, an welchen Leitungswasser fließt. Mein Mund war Staubtrocken, mir war heiß und das warme Wetter machte mir doch mehr zu schaffen als gedacht – leider war ich aber zu spät und der Forstbo war bereits geschlossen. Egal, denn wenn man schon mal im Wald ist, kann man die Runde auch noch zu Ende drehen.
Dann passierte etwas wunderbares. Links von mir war die weite Wiese und rechts von mir der Wald. Hier war die Luft schon um einiges angenehmer als am Rheinufer. Es fing an zu regnen. Erst war ich ein bisschen verwundert und in meiner Trance dachte ich nur „Ich wusste gar nicht, dass die Wiese hier gesprengt wird…“! Aber nein, es war ein wunderbarer und warmer Sommer-Regen-Schauer der langsam auf mich einplätscherte. Die Tropfen auf meiner Haut hatten genau die richtige Temperatur um mich wieder ein bisschen herunter zu kühlen und waren warm genug, dass es nicht zu kalt wurde. Durch die Abkühlung fühlte ich mich unendlich gut und war im absoluten Einklang mit mir selber. Ich konnte es kaum fassen so einen perfekten Moment erleben zu können. Mit allen Sinnen genoss ich den leichten Regen. Es mag jetzt wirklich sehr kitschig-poetisch klingen, aber für mich war es einer der Moment die das Laufen so besonders machen. Die Sonne schien noch hinter den Regenwolken, es bildete sich ein Regenbogen, der Regen der mich abkühlt, leicht müde Beine die in dem Moment versprechen mich überall hin zu tragen.
Ich war mir sicher, dass ich den Marathon im September ohne Probleme Laufen kann, wenn ich ihn nur so genießen kann wie diesen Lauf an diesem warmen Montag-Abend.
War das jetzt ein „Runner’s High“?
Insgesamt kamen dann 20km in einem Schnitt von 6:29min/km zusammen und als ich wieder zu Hause ankam war ich nicht nur platt wie eine Flunder sondern auch so entspannt und glücklich wie schon sehr lange nicht mehr! Ich hoffe sehr, dass ich in der weiteren Marathon-Vorbereitung noch mehr solcher tollen Läufe erleben darf 🙂
Habt ihr auch schon mal dieses Glücksgefühl erlebt? Auch im Regen?