Radfahren auf Mallorca Part I

Wie ich ja diese Woche schon berichtet habe, ist mein Lauftraining auf Mallorca etwas zu kurz gekommen. Also musste eine Alternative her 🙂
Und was liegt auf Malle näher, als die Insel mit dem Rad zu erkunden?

Mallorca ist unter Radsportlern hier in der Gegend ja das Urlaubs-Ziel Nummer 1. Gut ausgebaute Radwege, (in der Vor- und Nachsaison) ein mildes Klima, anspruchsvolle Strecken und viele Erholungsmöglichkeiten an den Rad-Freien-Tagen.
Zu unserem Glück wär direkt gegenüber von unsrem Hotel das Ciclos Quintana. Ein kleines aber feines Radsportgeschäft mit Werkstatt und Trekkingrad-Verleih.
Die Mitarbeiter haben uns dann auch direkt unsere erste Tour empfohlen: von S’Arenal sollte es über eine Küstenstraße nach Cala Pi gehen und auf dem Rückweg mit einem kleinen Abstecher nach Llucmajor. Auch bekannt als die Anfänger-Tour, die leicht zu fahren und auch ohne Karte zu finden ist.
https://goo.gl/maps/DCc2e
Bis zu unserem ersten Zwischenziel sollten es 30km und ca. 130 Höhenmeter zu überwinden geben. Wir wussten auch, dass die Höhenmetern auf den ersten 10km lagen, aber naiv wie wir waren, haben wir uns da keine Gedanken drüber gemacht.
Bis wir am Berg standen… Oh man… Das hatte ich echt nicht erwartet. Kaum losgefahren ging es auch schon bergan. Meine Beine brannten schon nach den ersten Kilometern und ich war total außer Puste… Landschaftlich war es aber sehr schön anzusehen, auch wenn ich nicht viel davon mitbekommen habe 😀 Rechts war die Felsschlucht hinunter zum Meer und Links Orangen- und Olivdnplantagen abwechselnd mit weiten Feldern.
Und ich dachte ich wäre fit 😀
Die Trampelei hat sich aber echt gelohnt 🙂
Die Bucht von Cala Pi ist das Ende einer Schlucht, die ca. 500m in das Innere der Inser reicht. Kristallklares Wasser, nur ein paar Touristen und auch sonst absolut ruhig gelegen.
Hat man die etwas steile Treppe zum Strand herunter überwunden (ja, wir haben auch unsere Räder herunter geschleppt…) wird man echt für die Mühen belohnt. In der Bucht kann man ca. 50m ins Wasser gehen und steht immernoch nur bis zur Hüfte im Wasser 🙂 eine willkommene Abkühlung und der perfekte Ort für eine kleine Stärkung 🙂
Räder die Treppe wieder rauf (Rückblickend echt das anstrengendste an der Tour :D) und weiter nach Llucmajor.
Auf dem Stück zurück bis zur Abzweigung hatten wir unglaublichen Gegenwind. Ich musste echt wieder ein bisschen kämpfen und leider galt es auch hier wieder ein paar Höhenmeter gut zu machen… An der Abzweigung angekommen haben wir kurz überlegt, einfach nach Hause zu fahren – zum Glück sind wir aber weiter gefahren.
Nach weiteren 16km erreichten wir dann die zweitgrößte Stadt auf Mallorca. Die erste Parkbank war unsere und der richtige Platz für unsere Sandwich-Pause 🙂
Llucmajor selbst war leider in der Siesta als wir dort ankamen 😀 es wirkte echt fast wie ausgestorben 🙂 wir haben uns trotzdem die paar Sehenswürdigkeiten angesehen:
Zur Mittagszeit ist Llucmajor wirklich ein schönes, verschlafenes Örtchen, weit Weg von Ballermann und Tourismus! Es hat sich also doch gelohnt, dass wir die Extra-Kilometer auf uns genommen haben!
Von Llucmajor aus ging es dann über den Radweg, der direkt an der Autobahn entlang führt, zurück nach S’Arenal.
Und wisst ihr, was das Beste am Rückweg war? Die Höhenmeter, die wir auf dem Hinweg hochgetrampelt sind, ging es jetzt komplett wieder bergab 🙂
Also einfach nur genießen und rollen lassen! Die pure Entspannung! Es hat uns also auch nicht gestört, dass diesmal links von uns die Autos geübter die Autobahn sausten und wir nur auf der rechten Seite ein schönes Panorama hatten. Das konnte ich aber jetzt endlich richtig wahrnehmen und mir den Fahrtwind um die Nase wehen lassen 🙂
Wieder in S’Arenal angekommen hatten wir stolze 75km auf dem Tacho und waren völlig fertig, aber mindestens genauso glücklich über die schöne und gelungene Anfängertour 🙂
Fazit: Auch um Anfängertouren fahren zu können sollte man wohl eine gewisse Grundfitness mitbringen, weil gerade der Anstieg zu Beginn es echt in sich hat! Ansonsten sollte man darauf achten, anständige Räder unter dem Popo zu haben und nicht in alten Cityrädern die Berge hoch zu kraxeln 🙂
Die klassische erste Tour macht Spaß und führt wirklich an einer der schönsten Buchten vorbei! Bei dem Trip nach Llucmajor entdeckt man mal etwas mehr vom mallorquinischen Leben, weit Weg vom normalen Tourismus. Ist man nicht gerade zur Mittagszeit dort, laden kleine Gassen und süße Boutiquen zum schlendern ein. Bei einem Café con Leche kann man dann auf dem Marktplatz noch etwas Energie tanken und die Atmosphäre genießen, bevor man die gefahrenen Höhenmeter wieder runter rasen kann 🙂
Nicht zu Unrecht ist Mallorca fürs Radfahren so bekannt 🙂