Laufgedanken: Warum es nicht immer ein Marathon sein muss

Oder: warum ich (ganz bestimmt – oder auch nicht) nie wieder einen Marathon laufen möchte!

„Ich möchte einmal in meinem Leben einen Marathon laufen!“

Wie oft habe ich diesen Satz früher gesagt und wie oft habe ich es für absolut unmöglich gehalten, dass ich es wirklich einmal schaffen könnte. Es stand ganz oben auf der Liste der Dinge die ich erledigen muss, bevor ich alt bin 😀

42.195 km – eine magische Distanz! In meiner Phantasie waren es ganz besondere Menschen die dort an der Startlinie stehen. Schlank, gut vorbereitet und hoch konzentriert. Dann fällt der Startschuss und die Kilometer fliegen nur so vor sich hin, bis man nach, im besten Fall, weniger als vier Stunden das Ziel erreicht.

Nachdem ich dann die ersten Male die halbe Distanz hinter mich gebracht hatte, langsam aber sicher Erfahrungen sammelte und besser wurde, glaubte ich wirklich, dass ich es schaffen könnte. Schon anderthalb Jahre nach dem ersten Halbmarathon stand ich also an der Startlinie des Köln-Marathons.

Ich war so nicht-super-schlank wie immer, eigentlich gut vorbereitet und mit den Nerven total am Ende. Ich habe mir aber sagen lassen, dass diese Zweifel völlig normal sind 🙂

Wenn ich ehrlich bin, war der Marathon dann ganz und gar nicht wie ich ihn mir vorgestellt hatte. In erster Linie war er unglaublich lang! In über fünf Stunden hat man natürlich eine menge Zeit um wirklich jede Gefühlslage zu durchleben. Das Glücksgefühl am Ende war dann zwar groß, aber nicht so groß wie ich es mir erhofft hatte.

Das musste besser gehen und so meldete ich mich, noch mit unglaublichem Muskelkater, für den Düsseldorf-Marathon im Frühjahr an.

Was das für eine riesen Katastrophe war könnt ihr hier nachlesen…!

Irgendwie hat sich dieses Erlebnis so eingebrannt, dass ich es nie wieder erleben möchte. In den Wochen danach habe ich alles in Frage gestellt. Das Laufen, meine Figur und auch mich Selbst. Ich hatte so hart gekämpft und war in meinen Augen kein „richtiger“ Marathoni, weil wenn man über fünf Stunden braucht hat das irgendwie nicht mehr viel mit Marathon-Laufen zu tun.

Nach langen Gesprächen mit dem Trainer, guten Freunden und meinem Schatz bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich einfach noch nicht weit genug war, um meine eigenen Erwartungen zu erfüllen.
Ich möchte einfach nichts mehr tun, was mir überhaupt nicht gut tut und so traf ich relativ schnell die Entscheidung vorerst keinen Marathon zu Laufen. Der Mythos ist ungebrochen, aber ich bin einfach nicht bereit dazu!

Das Laufen soll Spaß machen und ich liebe liebe liebe den #runhappy-Spirit. Was natürlich nicht heißt, dass ich mich nicht anstrengen möchte – ganz im Gegenteil. Also ist mein neues Motto:

Und 21,0975km sind lang genug um das Äußerste aus meinem Körper heraus zu holen – verbunden mit einem Trainingsumfang der sich gut in meinen Alltag integrieren lässt, aber vor allem ohne die Angst es wieder nicht „richtig“ zu machen und mein Ziel nochmal so zu verfehlen und dann währenddessen auch noch so unglaublich viel Zeit zu haben um darüber nachzudenken 🙂

Mittlerweile glaube ich, dass es eine gute Erfahrung war. Ich konnte lernen damit umzugehen und natürlich auch daran wachsen – auch das macht mich zu einer besseren Athletin.

Natürlich bin ich trotzdem eine Läuferin, denn es ist das Laufen was uns zu Läufern macht und nicht die Distanz oder die Pace!

In diesem Sinne: #runhappy #runhappy #runhappy