Laufgedanken: Meine Treppe des Grauens

Oder: wie ich den Ehrgeiz entdecke…

Die Stützräder sind ab und die zweite Hälfte vom Rookie-Projekt ist angebrochen. Für den besten Headcoach hieß das also, uns mal richtig richtig zu quälen. 

Treppentraining stand auf dem Plan. Nach dem Einlaufen durften wir ganze 8 (!!!) Mal den Brückenaufgang herauf sprinten und über die Schräge wieder entspannt zurück laufen.
So hatte ich auch direkt die Möglichkeit, meinen Maximalpuls (annähernd) zu bestimmt: höchster gemessener Wert: 211 (!!!)

Das Gefühl die Treppen besiegt zu haben war natürlich unbeschreiblich und ich hätte wirklich nie gedacht, dass ich DAS durchhalte.

Ich bin immer des Laufens wegen gelaufen und eigentlich nicht um schneller zu werden. Vor anstrengenden Trainings hab ich mich (meist erfolgreich) gedrückt. Das Marathontraining kam mir da natürlich ganz gelegen – immerhin läuft man da stundenlang im Wohlfühltempo durch die Gegend 🙂 Dann hab ich mir mal ein Zeitziel gesetzt und, wie ihr wisst, bin ich grandios gescheitert.

Das tat weh und ich habe eine Zeit gebraucht, bis ich das verdaut habe. Natürlich stellt sich dann die Frage „Ist es das wirklich wert?“ Ich laufe schließlich aus Freude und keinen Bestzeiten hinterher…!

Dann begann das Triathlontraining und ich konnte mich vor der Anstrengung nicht mehr drücken. Am Anfang noch eher gemächlich steigerte sich das Pensum von Woche zu Woche. Der Headcoach lässt ein „Ich will nicht mehr“ halt nicht zu. Und siehe da: Ich werde besser 😀 und es fühlt sich verdammt gut an!
Ich lerne meinen Körper wieder völlig neu kennen und es ergibt sich eine völlig neue Definition von *runhappy 🙂

Ich möchte wirklich besser werden – mein Ehrgeiz ist geweckt. Irgendwie bin ich es wirklich satt so ein kleines Schneckchen zu sein, welches immer im hinteren Drittel des Feldes herumkrebst. Da muss doch noch mehr drin sein !?

In unserer Rookie-Truppe hab ich gelernt, dass schnell nicht gleich nazistischer Individualsportler sein muss – war es das, was ich nie wollte oder wollte ich mich einfach nur nicht richtig anstrengen?

Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall bin ich motiviert bis in die Haarspitzen und wenn das Schwimmen und ich irgendwann Freunde werden, steht einer Quali für Hawai am St. Nimmerleinstag nichts mehr im Weg!

Fazit: schnell sein kann auch *runhappy sein 🙂