Laufgedanken: Köln bei Nacht

Eine etwas andere Reise entlang meiner Laufstrecke, oder: die schönste Stadt der Welt bei Nacht 🙂

Nachdem Din, Autorin von Eiswürfel im Schuh, uns mit auf eine kleine Reise durch das nächtliche Berlin genommen hat, möchte ich euch auch meine Stadt bei Nacht zeigen 🙂

Jedes Jahr, spätestens wenn die Uhren umgestellt werden, lerne ich Köln wieder von einer anderen Seite kennen. Das Stimmgewirr am Rheinufer wird von Woche zu Woche leiser und auch die Wege leerer. Wie üblich laufe ich von zu Hause runter zum Ufer und dann immer dem Dom entgegen. Das ist das schöne an der Stadt. Rechts von mir herrscht reges Treiben. Ich sehe die letzten Schulklassen, welche vor dem Schokoladenmuseum frische Schokolade naschen und Touristen während sie das perfekte Selfi schießen.
Zu Beginn der Weihnachtsmärkte wird die Stadt natürlich wieder merklich voller und in der Luft liegt der herrliche Geruch von Glühwein und gebrannten Mandeln.

Ich laufe im Zick-Zack, damit ich nicht voll durchs Bild laufe und manchmal werde ich angehalten und gebeten, ein schnelles Erinnerungsfoto zu schießen. Überall in der Stadt hört man, mal lauter mal leiser, Gedudel von Weihnachtsliedern.
An anderen Tagen, wenn es draußen ungemütlich und kalt ist, lenkt mich der Dom ab.

Home is where the Dom is!
Diesen Anblick kann man auf der Brückenrunde fast die ganze Zeit genießen. Mich lenkt es unglaublich ab, ich staune immer wieder über die Schönheit der Stadt am Abend. Hier ist mein Zuhause und ich kann es kaum fassen.

Besonders kitschig wird es natürlich, wenn ich echte kölsche Musik auf den Ohren habe. Die Lichter spiegeln sich im Rhein und spätestens wenn ich den Dom hinter mir gelassen habe wechsel ich auch die Rheinseite. So ist die Hälfte der Runde schon vorbei und ich mache mich auf den Rückweg. Dieser ist immer ruhiger als der Hinweg. Ich laufe auf der „Schäl Sick“ und wieder staune ich über den Ausblick. Die Ruhe ist herrlich! Man kann kaum glauben, dass man von dort nur rund einen Kilometer von der Innenstadt entfernt ist, mit all ihrem Trubel und ihrem Lärm.

Auf der Hohenzollernbrücke staune ich über die vielen vielen Liebesschlösser und wie immer kreisen meine Gedanken um die Statik der Brücke.
Wie viel mag das Gewicht der Schlösser wohl ausmachen und wie lange kann die Brücke das halten?
Den Dom nun im Rücken laufe ich nach Hause – von hier ist es nicht mehr weit!
Vorbei am Olympiamuseum und zwischen den Kranhäusern hindurch. Hier weht uns Läufern immer eine sehr kalte Brise um die Nase…
Ich lasse auch den Skaterpark hinter mir und kann von nun an alle 750m entscheiden, ob ich nach Hause laufen möchte oder aber die warme Bahn nehme.

Es ist meine Hausrunde und die optimale Gelegenheit, einfach mal meinen Gedanken hinterher zu hängen, mit mir alleine zu sein.
Laufe ich die Runde zusammen mit dem Lauftreff, ist sie ebenfalls sehr kurzweilig und des Öfteren bleiben wir stehen, schießen ein Foto und staunen zusammen über unser schönes Stadtpanorama 🙂

Ich wünsche euch und euren Lieben einen schönen ersten Advent 🙂

Wie ist eure Stadt in der Nacht?