Laufgedanken: Das ist Freiheit

Bevor ich euch von meinen letzten Heldentaten, meinem absoluten Saison-Highlight, großen Emotionen und meinem Kämpferherz erzähle, muss ich einfach mal wieder etwas los werden 🙂
Das strukturierte Training in den letzten Monaten hat sehr gut getan. Ich habe von Woche zu Woche gemerkt, wie ich immer ein bisschen schneller, ein bisschen fitter werde. Die Kombination aus Swim – Bike – Run hat ganz neue Reize gesetzt und ich habe meine Grenzen regelmäßig ein bisschen verschoben.

Immer mit der Uhr im Nacken, dem Trainer in Sichtweise hab ich mich so manches Mal gequält… Die Arbeit hat sich natürlich gelohnt – der Wettkampf war DIE Belohnung! Ich war noch nie so gut vorbereitet, aber dazu später mehr 🙂

An Tag 1 nach dem Triathlon war ich zwar kaputt, hatte schwere Beine und ein bisschen Muskelkater in den Armen. Trotzdem bin ich auf den Crosser gestiegen und bin eine Runde geradelt, habe bei der Gelegenheit die Athleten auf den langen Distanzen angefeuert und mit unserer Mannschaft einen Verpflegungsstand aufgebaut.

Montags hatte mich der Alltag dann schneller wieder ein, als mir lieb war 🙁 
Als ich dann am Dienstag das erste Mal wieder meine Schuhe schnürte, dämmerte mir, dass das Training jetzt vorbei ist. Kein Plan gab vor, was zu tun war und kein Trainer ließ aufgeben nicht zu. Ich war fast ein bisschen traurig… 

Heute wurden dann wieder die Schuhe geschnürt. Ich habe mich auch sehr auf den Lauf gefreut, denn nach langer Zeit hab ich es mal wieder zum Lauftreff geschafft. 
Ganz bewusst hab ich meine TomTom zu Hause gelassen und es war wirklich eine gute Entscheidung.

Es war der perfekte Lauf. Die Abendsonne, rot und warm, die Luft aber frisch und kühl, tolle Unterhaltung mit super Lauffreunden 🙂
Ganz ohne Druck, ohne den Blick auf die Uhr – einfach nur #runhappy 🙂
Auf dem letzten Stück auf dem Weg nach Hause laufe ich alleine am Rhein entlang, der Dom eingetaucht in rosa Wolken und kann mein Glück kaum fassen.
Ich laufe einfach nur und denke: DAS ist Freiheit! Es geht nicht immer darum, über sich selbst hinaus zu wachsen, seine Zeiten zu verbessern, den Schweinehund zu überwinden oder Trainingsvorgaben zu erfüllen. 

Manchmal muss man auch einfach Laufen, denn das ist mein Hobby, meine Leidenschaft. 
Manchmal muss man sich die Freiheit nehmen und langsam machen – jeden Schritt genießen, dein eigenen Gedanken hinterher hängen und sich freuen, dass es so unbeschwert läuft.

Das ist der Grund, warum ich laufe und das ist auch der Grund warum es mir so unendlich gut tut!

Dafür bin ich unendlich dankbar – ich kann es gar nicht in Worte fassen!

Ich hoffe, dass ich im Herbst nun noch öfter das Vergnügen habe, bei diesen perfekten Bedingungen zu Laufen und bin wirklich froh, dass ich nach dem Wettkampf nicht in ein Motivationsloch gefallen bin 🙂 Jetzt muss ich mich nur noch an das Gefühl erinnern, wenn es draußen nass-kalt ist und mein Schweinehund viel lieber auf der Couch bleiben würde 😀

Das musste ich einfach mal loswerden – also: nein, ich hab die Schnauze immer noch nicht voll vom Sport 🙂

Habt ihr auch immer wieder so ein „Runner’s High“?