Training: Trainigsplanung nach Maß

Effektives Training bedeutet eine geschickte Balance zwischen Belastung und Erholung zu halten. Beim Triathlon kommt dann hinzu, dass man alle drei Disziplinen sinnvoll und leistungsfördernd in einen Kontext bringen muss. Viel hilft dabei leider nur selten viel.

In diesem Jahr stand ich, nach meiner ersten Saison im Rookie-Programm inklusive Rundumbetreuung, vor der schwierigen Aufgabe den schmalen Grad zwischen „zu wenig“ und „zu viel“ Training zu treffen. 

Ich schmiss also einfach einen Plan fürs Radfahren, einen Plan für einen schnellen 10er und unser Vereinstraining zusammen und füllte die Lücken mit Stabi-Training. Der Plan war schön bunt, abwechslungsreich und ich war guter Dinge. Schon nach kurzer Zeit war klar – so einfach ist das leider nicht.

Es war also an der Zeit mir professionelle Hilfe zu holen.

Es sollte ein individueller Trainingsplan sein. Auch ein passender Trainer war schnell gefunden 🙂

Wir besprachen als erstes, wie ich in den vergangenen Wochen trainiert habe, wo meine aktuellen Bestzeiten über die verschiedenen Distanzen lagen und was bis zum Halbmarathon in Köln so alles geplant ist.

Dann gab ich das zeitliche Budget für das Training vor, sowie meine Gewohnheiten: Montag: Ruhetag, Dienstag: laufen in der Gruppe, usw…

Am nächsten Tag hatte ich dann einen Zugang zum Online-Coaching-Tool und sollte am folgenden Montag starten.

trainingsplan

Puh, da kam einiges zusammen…! Wir brauchten ein oder zwei Wochen, bis der Plan wirklich richtig zu mir passte. Der Plan war aber so flexibel, dass wir ihn immer wieder umstellen konnten, bis der Trainer meinen Rhytmus kannte und ich mich an das neue Pensum gewöhnt hatte. Über das Trainingstool konnte ich ihm immer direkt Feedback geben und er bei Bedarf den Plan umstellen.

Die Wochen vergingen, mein Körper veränderte sich und auch meine Form wurde zusehend besser. Als ich die olympische Distanz im Rahmen des Kölntriathlon absolviert hatte – hatte ich es auch schwarz auf weiß: Ich war wesentlich schneller als noch vor einem Jahr 🙂

Die weiteren Vorbereitungsläufe und das Training lief dann wie am Schnürchen, am Halbmarathon selber kam mir dann leider ein Schnupfen dazwischen. Ich konnte in Köln also leider nicht rausholen, was bestimmt drin gewesen wäre – nicht so wild, denn die Chance wird schon noch wieder kommen!

Fazit

Als erstes stellt sich natürlich die Frage: Hat es sich die Investition in das Training sowie die finanzielle Investition gelohnt?

Ja! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

In der ersten Disziplin bin ich wirklich ganze 5 Minuten schneller geworden. Darüber hinaus fühle ich mich im Wasser, egal ob mit oder ohne Neo, sehr viel sicherer und kann meine Kräfte viel besser einschätzen und dadurch natürlich auch viel besser nutzen. Das Radfahren liebe ich ja, wie ihr alle wisst, sowieso. In diesem Sommer konnte ich diese Liebe dann ebenfalls an den sehr viel schnelleren Splits wiedererkennen. Das (schnelle) Laufen – nun ja, das ist halt das Laufen. Mir liegt es nicht wirklich, aber ich weiß jetzt dass ich viel mehr an meiner mentalen Stärke, als an dem eigentlichen Laufen arbeiten muss. Im Training bin ich z.B. zum Ende hin (für mich vorher) undenkbare Intervalle gelaufen. Das zu den Hard-Facts 🙂

Jede Woche, wenn der neue Plan kam war mein erster Gedanke: „Das schaffe ich im Leben nicht!“ – ich habe aber gelernt dem Trainer zu vertrauen. In fast allen Einheiten, konnte ich die Tempo- und oder Entfernungsvorgabe einhalten. Die Belastungswochen waren wirklich immer sehr anstrengend, aber trotzdem gab es keinen Punkt, an dem ich mich überfordert gefühlt hatte. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass ich so ausgelaugt war, dass an die nächste Einheit gar nicht zu denken war. Die versprochene Balance wurde also zu 100% getroffen. Was mich auch sehr überrascht hat: Das Training war so abwechslungsreich, dass irgendwie immer das auf dem Plan stand, wonach mir gerade der Sinn gestanden hat. Taten mir vom Schwimmen die Schultern weh, sollte ich sie auf dem Rad etwas entspannen, hatte ich schwere und dicke Beine, galt es erst ein bisschen zu Schwimmen und dann locker auszulaufen. Ich habe dabei mein Körpergefühl völlig neu entdeckt und es hat gut getan die Muskeln und Sehnen mal wieder so zu spüren. Regelmäßig stand, neben dem Stabi-Training, ein Stretching-Programm auf dem Plan. So ließ ich das natürlich nicht schleifen und konnte an meiner Beweglichkeit arbeiten. Dazu kam der ständige Austausch mit dem Trainer. Ist man gezwungen jede Einheit zu bewerten, nimmt man glaube ich viele Dinge ganz anders wahr.

Eine kleine Überraschung gab es auch noch: ich habe unglaublich viel Körperfett verloren!

Neben dem ganzen Training hatte ich auch unglaublich viel Hunger! Ich wollte auch einfach nicht groß auf meine Ernährung achten und habe nur versucht, es nicht zu übertreiben. Ich kam dann aber trotzdem an einen Punkt, wo mein Körper mir einfach signalisiert hat, was er gerade braucht und ich habe wieder gelernt ihm zuzuhören.

Die Balance des Trainings war also so gut ausgependelt, dass mein Stoffwechsel wie von alleine auf Hochtouren lief. Davon habe ich tatsächlich mein ganzes Leben lang geträumt 😀 (btw: das ist nun in der Off-Season auch echt die größte Umstellung!)

Für das Triathlon-Training kann ich die individueller Trainingsplangestaltung wirklich nur empfehlen. Besonders, wenn man so wie ich, entweder zu wenig Erfahrung hat und/oder mit der Planung einfach völlig überfordert ist. Dazu kommt, dass man den Sport natürlich nur aus Spaß macht, aber einen gewissen Ehrgeiz haben sollte. Denn Spaß macht natürlich nicht alles und den Wettkampf muss man im Endeffekt auch alleine hinter sich bringen.

Auch für den Marathon in Frankfurt werde ich mich wieder langfristig mit professioneller Hilfe vorbereiten, damit am großen Tag so wenig wie möglich schief gehen kann und ich nicht wieder die gleichen Fehler mache, wie bei meinen ersten zwei Läufen auf der Königsdisziplin! Diesmal habe ich mich für die Trainingspläne von MyGoal entschieden. Ich fühle mich da sehr gut aufgehoben und sehe schon nach knapp sechs Wochen die ersten Veränderungen. Mehr dazu gibt es dann ab nun immer zum Ende des Quartals, wenn es natürlich auch um den aktuellen km-Stand für die Spendenaktion geht 🙂

Wie bereitet ihr euch denn auf das Saisonhighlight vor?